Die Anfangsjahre des Diakonissenkrankenhauses in Karlsruhe (1851-1857)
Abstract
Um das Jahr 1800 hatte Karlsruhe etwas über 7.000 Einwohner, im Jahr 1830 waren es knapp 20.000, also fast dreimal so viele. Das Dörfle, wo seit der Stadtgründung fast ein ganzes Jahrhundert lang die armen Zuzügler außerhalb der Stadt separat und deklassiert, eben als Außenseiter, angesiedelt waren, war zwar seit 1812 in die Stadt eingemeindet, so daß die Siedler seitdem - sofern sie 1.200 Gulden Vermögen und Gewerbebefähigung nachweisen konnten - die gleichen Rechte und Pflichten besaßen wie die Stadtbürger. Aber die ständischen und sozialen Unterschiede zwischen Reich und Arm waren dadurch keineswegs aufgehoben; sie blieben das ganze 19. Jahrhundert hindurch wirksam und spürbar. Karlsruhe war eine im ganzen wohlgeordnete, in mancher Hinsicht sogar peinlich genau geordnete Stadt, denn es wurde in Baden noch immer streng von oben her regiert, obgleich die alte, patriarchalisch-absolutistische Regierung Karl Friedrichs von Baden nach der Bildung des Großherzogtums (1806) mit der Verfassung von 1818 ein Ende genommen hatte. Die "gute, alte Zeit" war das zwar nicht. Aber die städtischen Verhältnisse waren überschaubar, und es wurde regiert.
Fields of Study & Subjects
History of Science and Medicine
Medical History and Innovations
Historical Psychiatry and Medical Practices
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Book chapter