Leben und Tod des Markgrafen Ernst Friedrich von Baden-Durlach (1560-1604) in zeitgenössischen Dokumenten
Abstract
Als Markgraf Ernst Friedrich am 14. April 1604 mit erst 43 Jahren kinderlos starb, fand der von ihm eingeleitete Bekenntniswechsel seines Territoriums hin zum Calvinismus ein abruptes Ende. Das kurze "reformierte Zwischenspiel" in der Markgrafschaft Baden-Durlach war am Widerstand der Untertanen, insbesondere jedoch an der Renitenz der Pforzheimer Bürgerschaft gescheitert. Schon bei seinem Regierungsantritt (1584) hatte es der jugendliche Prinz - zum Verdruß seiner lutherischen Vormünder - abgelehnt, die Konkordienformel zu unterzeichnen. Ebenso wie sein jüngerer Bruder Jakob III. (1562-1590) scheint er sich beizeiten von den Glaubenssätzen eines erstarrenden Luthertums gelöst zu haben. Während ersterer mit dem Katholizismus sympathisierte und 1590 den förmlichen Übertritt vollzog, neigte Ernst Friedrich unter kurpfälzischem Einfluß der reformierten Lehre zu, die er durch die Berufung calvinistischer Räte und Theologen in seinem Landesteil zu etablieren suchte. Den offenen Übergang zum neuen Bekenntnis vollzog der feingebildete, zugleich aber streitbare Fürst 1599 mit der Veröffentlichung des "Stafforter Buches", das für die konfessionelle Ausrichtung der Unteren Markgrafschaft verbindlichen Charakter besitzen sollte.
Fields of Study & Subjects
Reformation and Early Modern Christianity
Death
Funerary Practices
and Mourning
Biographical and Historical Analysis
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Book chapter