Hoher Turm für niederen Adel
Abstract
Neben den gut bekannten Höhenburgen wie etwa der Kastelburg bei Waldkirch, der Zähringer Burg, dem Freiburger Schlossberg, dem Kybfelsen oder der Burg oberhalb von Staufen i. Br. vergisst man allzu schnell die zahlreichen Niederungsburgen (Tiefburgen, Wasserburgen, auch als Weiherhäuser oder -schlösser bezeichnet). Anstelle der Bergeshöhe und der steilen Hänge sorgten hier außer der Ringmauer ein umlaufender Graben, meist mit Wasser oder Sumpf gefüllt, und bestenfalls ein niedriger Hügel für die nötige Abgrenzung und für einen minimalen wehrtechnischen Schutz. Diese Burgen standen frei in der Oberrheinebene, seltener innerhalb der Nebentäler oder zwischen den Hügeln der lössbedeckten Vorbergzone sowie inmitten oder am Rand der Dörfer. Im Gegensatz zu den Höhenburgen sind sie in manchen Fällen ganz zerstört und abgetragen oder gerade noch zu lokalisieren. In anderen Fällen wurden sie in der Neuzeit umgebaut und dabei durch verschiedene Umnutzungen oftmals stark verändert. Neben einer – im Breisgau offenbar seltenen – Heraufstufung zum barocken Herrenhaus oder Schloss (Heitersheim, Ebnet?, teilweise auch am Beroldinger Haus in Umkirch) kommt häufiger ein Verlust der ortsherrschaftlichen Funktionen und ein Wechsel hin zu einer bürgerlichen oder bäuerlichen Bewohnerschaft vor, die zudem mit der weitgehenden Abstoßung und Aufteilung der zugehörigen Ländereien einhergeht (Zarten Turmhaus, Bickenreute, Talvogtei Kirchzarten, Bischoffingen). Aufgrund des oft weniger malerischen oder spektakulären Ambientes zogen die oft unscheinbaren Reste der Niederungsburgen auch weniger die Aufmerksamkeit auf sich und blieben häufig auch für den lokalen Tourismus von geringem Interesse.
Fields of Study & Subjects
Medieval European History and Architecture
Ancient and Medieval Archaeology Studies
Medieval Architecture and Archaeology
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE