Von der katholischen Universitätstheologie zur christlichen Weltwissenschaft
Abstract
Aufgrund der Erfahrung von Propaganda und Kulturpolitik im Ersten Weltkrieg hatte sich die Einstellung des Deutschen Reiches gegenüber der auswärtigen Kulturpolitik erheblich verändert und dieser eine erhöhte Bedeutung zukommen lassen. Nach einem lang anhaltenden "Krieg der Geister" hatten die Westmächte unter Federführung Frankreichs neue internationale Verbände gegründet, als deren Dachgesellschaften für die Naturwissenschaften der "Conseil international des recherches" und für die Geisteswissenschaften die "Union Académique Internationale" bestimmt wurden, und nach deren Bestimmungen die deutschen wissenschaftlichen Körperschaften bis in das Jahr 1931 von internationalen Zusammenschlüssen ausgeschlossen bleiben sollten. Dies stellte nicht nur eine Behinderung der deutschen Forschungsarbeit dar, sondern war vor allem "Ausdruck der Bestrafung und Demütigung, als welcher er in Deutschland auch empfunden wurde" und war somit gewissermaßen "Nebenschauplatz der Kriegsschulddebatte". Im Jahr 1920 wurde daraufhin eine kulturpolitische Abteilung im Auswärtigen Amt gegründet, zu deren primären Aufgaben die Wiederaufnahme "geistiger Zusammenarbeit" und die Reintegration deutscher Wissenschaft in die internationale Gelehrtengemeinschaft gehörte. In diesem Kontext wurden besonders deutsche Wissenschaftler gefördert, die unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkriegs zu Vortragsreisen ins Ausland gebeten wurden, um dort ihre Forschungsergebnisse vor dem internationalen Fachpublikum zu präsentieren.
Fields of Study & Subjects
Religion
Theology
History
Judaism
Christianity
Catholicism and Religious Studies
Religion and Society Interactions
Publication details
- Journal / source
- RegionaliaOpen
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE