Erfahrungsexpertise als Bestandteil pädagogischer Professionalisierung. Eine explorative Studie zur Entwicklung von Qualitätskriterien für die Beteiligung von Erfahrungsexpert:innen in hochschulischen Bildungsangeboten

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Authors: David Dörrer
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Abstract

Neben der theoretischen und der praktischen gewinnt die erfahrungsbasierte Professionalisierung in der hochschulischen Ausbildung pädagogischer Fachkräfte zunehmend an Bedeutung. Insbesondere Bildungsfachkräfte bringen als Erfahrungsexpert:innen ihre reflektierten Behinderungs- und Sonderinstitutionserfahrungen in hochschulische Bildungsangebote ein und leisten damit einen Beitrag zur Professionalisierung angehender pädagogischer Fachkräfte. Trotz des wachsenden Interesses und des kontinuierlichen Ausbaus entsprechender Lehrformate fehlt bislang eine systematische theoretische Fundierung der erfahrungsbasierten Professionalisierung durch Bildungsfachkräfte sowie deren Einordnung in professionalisierungstheoretische Ansätze. Auch eine empirisch gestützte Klärung von Qualitätskriterien für die Konzeption und Evaluation erfahrungsbasierter Bildungsangebote im Hochschulkontext steht bislang aus. Die vorliegende Dissertation verfolgt das Ziel, dieses Desiderat zu schließen, indem erfahrungsbasierte Professionalisierung als eigenständige Dimension pädagogischer Professionalisierung neben der theoretischen und der praktischen Professionalisierung konzeptionell verortet wird. Auf der Grundlage strukturtheoretischer und kompetenztheoretischer Professionsansätze sowie unter Rückgriff auf Konzepte der Genesungsbegleitung werden die Begriffe Erfahrung, Erfahrungswissen und Erfahrungsexpertise präzisiert und auf die Tätigkeit von Bildungsfachkräften im Hochschulkontext übertragen. Der empirische Teil der Arbeit zielt darauf ab, Gründe für die Beteiligung von Bildungsfachkräften an der hochschulischen Professionalisierung sowie Qualitätskriterien für die Konzeption und Evaluation entsprechender Bildungsangebote zu identifizieren. Hierzu wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das leitfadengestützte Interviews mit Bildungsfachkräften, Hochschullehrenden und Studierenden pädagogischer und sozialer Studiengänge umfasst. Die Auswertung erfolgte mittels einer inhaltlich-strukturierenden Qualitativen Inhaltsanalyse. Die Ergebnisse zeigen, dass erfahrungsbasierte Bildungsangebote von Bildungsfachkräften aus sehr unterschiedlichen Gründen in die hochschulische Professionalisierung eingebunden werden. Zugleich wird deutlich, dass die Konzeption entsprechender Bildungsangebote komplex ist und im Sinne eines meaningful involvement zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen sind. Dies betrifft insbesondere die reflektierte Einbettung der Bildungsangebote in hochschulische Lehrveranstaltungen, die Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten sowie den Umgang mit den für die Beteiligung notwendigen Ressourcen. Darüber hinaus verdeutlicht die Untersuchung den Zusammenhang zwischen den im jeweiligen Bildungsangebot zentralen Beteiligungsgründen und den im Rahmen der Konzeption zu berücksichtigenden Gestaltungsaspekten. Die Dissertation leistet damit einen theoretischen, begrifflichen und empirischen Beitrag zur wissenschaftlichen Fundierung erfahrungsbasierter Professionalisierung durch Bildungsfachkräfte sowie zur Weiterentwicklung entsprechender Bildungsangebote im Hochschulkontext.

Fields of Study & Subjects

Teacher Education and Leadership Studies Reflective Practices in Education Adult and Continuing Education Topics

Publication details

Journal / source
Publication Server of the University of Education Heidelberg (University of Education Heidelberg)
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis