Hypoxie und Inflammationsmarker bei Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren unter Radiochemotherapie
Abstract
Bei der Radiochemotherapie von Patienten mit lokal fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren ist die Hypoxie ein prognostisch ungünstiger Faktor, der eine Therapieresistenz der Tumorzellen vermittelt und dessen Modulation ein wirksamer Therapieansatz ist. Außerdem kommt es zu einer Inflammationsreaktion, die auch eine Therapieresistenz unterstützt. Um das Hypoxie-Ansprechen unter Radiochemotherapie räumlich zu beurteilen, kann man eine [18F]-Fluoromisonidazol- Positronen-Emissionstomographie/Computertomographie durchführen. Da dies aber eine sehr zeitaufwendige und kostspielige Untersuchung ist, die nicht flächendeckend zur Verfügung steht, braucht man einfachere zu bestimmende Surrogatmarker um die Information über das Hypoxie-Ansprechen in den klinischen Alltag zu integrieren. Hierfür wurden bei Patienten, die in der prospektiven einarmigen Studie in Woche null, zwei und fünf der Radiochemotherapie eine 18F]-Fluoromisonidazol-Positronen- Emissionstomographie/Computertomographie durchgeführt und die Konzentration von Interleukin 6 im Blutplasma bestimmt. In der 18F]-Fluoromisonidazol-Positronen- Emissionstomographie wurde die maximale tumor muscle ratio berechnet und das hypoxische Subvolumen autokonturiert. Frühes Hypoxie-Ansprechen wurde als Abnahme der tumor muscle ratio nach den ersten zwei Wochen definiert. Bei insgesamt 28 Patienten wurden die Untersuchungen durchgeführt. Das hypoxische Subvolumen nahm im Verlauf der Therapie signifikant ab, während die Interleukin 6-Werte zunahmen. Zu jedem Messzeitpunkt konnte eine signifikante positive Korrelation zwischen IL6 und hypoxischen Subvolumen festgestellt werden. Ein frühes Hypoxie-Ansprechen nach den ersten zwei Wochen war mit signifikant niedrigeren Interleukin 6-Plasmakonzentrationen in Woche zwei assoziiert. In Woche zwei war ab einem Schwellenwert von 18,1ng/ml mit einer Sensitivität von 80,0% und einer Spezifität von 72,2% mit einer Hypoxie-Persistenz zu rechnen. Schließlich konnte für ein persistierendes hypoxisches Subvolumen in der fünften Woche eine signifikant schlechtere lokale Tumorkontrolle, progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben und für hohe Interleukin 6-Konzentrationen in der fünften Woche ein signifikant verkürztes Gesamtüberleben festgestellt werden. Eine Validierung dieser Ergebnisse ist notwendig um Interleukin 6 als Surrogatmarker für Hypoxie und Hypoxie- Ansprechen in den Behandlungsalgorithmus von Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-Hals- Tumoren zu integrieren.
Fields of Study & Subjects
Head and Neck Cancer Studies
Cancer
Hypoxia
and Metabolism
Medical Imaging Techniques and Applications
Publication details
- Journal / source
- FreiDok plus (Universitätsbibliothek Freiburg)
- Publication date
- 3 February 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis