Eine histologisch basierte Untersuchung der initialen Wundheilung humaner Extraktionsalveolen

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Authors: Antonia Borchard
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Abstract

Ziel der Studie war die immunhistologische Charakterisierung des Wundheilungsverlaufs humaner Extraktionsalveolen innerhalb von 72 Stunden nach Zahnentfernung. Ein positives Ethikvotum der Ethik-Kommission der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg liegt vor (EK-Nr. 20- 1093). Folgende Hypothesen wurden aufgestellt: Auf zellulärer Ebene wird die initiale Wundheilungsphase in Extraktionsalveolen durch die Anwesenheit von Erythrozyten und spezialisierten Leukozyten, entsprechend der in der Literatur berichteten zellulären Zusammensetzung des Frakturhämatoms, dominiert. Die zelluläre Zusammensetzung des Alveolenhämatoms zeigt im untersuchten Zeitraum interindividuelle Unterschiede. Nach Koagel-Entnahme aus der Extraktionsalveole 0, 24 und 72 Stunden infolge der Zahn- entfernung wurden die Proben immunhistologisch mit monoklonalen Antikörpern (CD3, CD20, CD68, NKp46) aufbereitet und mithilfe von ROIs (regions of interest) quantitativ ausgewertet. Es wurden die Gesamtzahl an Leukozyten in der Probenregion und der prozentuale Anteil an Leukozyten-Subtypen (T- und B-Lymphozyten, Makrophagen, natürliche Killerzellen [TL, BL, MA, NK]) bestimmt. Die statistischen Analysen umfassten Median, Mittelwert, Standardabweichung, Minimum und Maximum sowie Boxplot- und Säulendiagramme. Auf Basis der Poweranalyse (20 Patienten pro Zeitpunkt, zweiseitiger Wald-Test, Power = 80 %, Signifikanzniveau = 0.05) wurden 60 Patienten (26 weiblich, 34 männlich, Alter: 63,4 ± 16,3 Jahre) nach Extraktion eines nicht erhaltungswürdigen Zahnes in die Studie eingeschlossen, wobei keine Wundheilungsstörungen durch die Probenentnahmen auftraten. Die Ergebnisse zeigten eine Leukozyten-Infiltration in die Probenregion mit einem Höhepunkt nach 24 Stunden (0h: 7,8±17,3; 24h: 62,9±50,1; 72h: 57,9±49,9 Leukozyten pro ROI). Außerdem wurde ein hoher Anteil an natürlichen Killerzellen unmittelbar nach Zahnextraktion festgestellt (0h: 20,01±16,66 %, 24h: 7,34±9,04 %; 72h: 6,59±7,20 %). Makrophagen waren über den gesamten Zeitraum stark vertreten (16,25–20,17 %). Die Anteile an T- und B- Lymphozyten zeigten keine signifikanten Veränderungen zwischen den Zeitpunkten. Es traten starke interindividuelle Unterschiede in der Zellzusammensetzung innerhalb der Alveolen auf (Ranges nach 24h: TL: 0–3,25 %; BL: 0–3,23 %; MA: 0–60,41 %; NK: 0,11–34,67 %). Die Studien-Hypothesen wurden bestätigt: Auf zellulärer Ebene wird die initiale Wundheilungsphase in Extraktionsalveolen durch die Anwesenheit von Erythrozyten und spezialisierten Leukozyten, entsprechend der zellulären Zusammensetzung des Frakturhämatoms, dominiert. Die zelluläre Zusammensetzung des Alveolenhämatoms zeigt im untersuchten Zeitraum interindividuelle Unterschiede. Weitere Studien sollten individuelle Einflussfaktoren des Immunsystems untersuchen, um die Wundheilung patientenspezifisch zu prognostizieren und eine optimierte postoperative Behandlungsphase zu ermöglichen.

Fields of Study & Subjects

Wound Healing and Treatments Dental Implant Techniques and Outcomes Periodontal Regeneration and Treatments

Publication details

Journal / source
FreiDok plus (Universitätsbibliothek Freiburg)
Publication date
4 March 2026
Language
DE
Document type
Thesis