Online-Radikalisierung, Misogynie und Extremismus
Abstract
Die Arbeit untersucht die Dynamiken rechter Radikalisierung in sozialen Netzwerken am Beispiel der Incel-Szene und bewertet deren Einstufung als extremistische Bewegung im deutschen Kontext. Basierend auf einer systematischen Auswertung aktueller wissenschaftlicher Fachliteratur, behördlicher Diskussionsbeiträge und investigativer Medienrecherchen, ergänzt durch einen Fokus auf empirische Studien zu Radikalisierungsprozessen im Netz, liegt der Schwerpunkt auf der Analyse, wie digitale Plattformen zur schnellen Verbreitung und Intensivierung von Hassideologien beitragen und inwiefern sich Incel-Ideologien mit rechtsextremen Weltbildern überschneiden. Hierbei werden insbesondere antifeministische und misogyne Motive als zentrale Bindeglieder identifiziert, die zur Anschlussfähigkeit der Szene an rechtsextreme Strömungen führen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Incel-Szene durch sozial isolierte, online vernetzte Akteure geprägt ist und deren Ideologien verstärkt gesellschaftliche Abwertung und Gewalt legitimieren. Diese Online-Subkulturen, getragen von gewaltbereitem Antifeminismus, weisen relevante Schnittstellen zum Rechtsextremismus auf und stellen ein eigenes, bisher in Deutschland unterschätztes, sicherheitspolitisches Risiko dar.
Fields of Study & Subjects
Populism
Right-Wing Movements
Terrorism
Counterterrorism
and Political Violence
German legal
social
and political studies
Publication details
- Pages
- 1–26
- Publication date
- 9 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Book chapter