Kausalwissenschaftliche Struktur-Soziologie Soziale Naturgesetze, Verhaltensverteilungen und die Illusion individueller Autonomie
Abstract
Dieser Beitrag formuliert eine kausalwissenschaftliche Struktur-Soziologie als explizite Alternative zu interpretativen und konstruktivistischen Paradigmen der Gegenwartssoziologie. Im Zentrum steht die These, dass individuelles Verhalten nicht primär durch intentionale Entscheidungen, sondern durch strukturell erzeugte Verhaltensverteilungen bestimmt ist. Zur Erklärung dieser Verteilungen wird das Konzept sozialer Naturgesetze eingeführt. Diese bezeichnen stabile, kausale Mechanismen, die unabhängig von subjektiven Bedeutungszuschreibungen wirken. Drei fundamentale Gesetzesbereiche werden identifiziert: (1) Macht und Gewalt, (2) Konformität und (3) Massenpsychologie. Der Ansatz integriert Mikro-, Meso- und Makroebenen in einer geschlossenen Kausalarchitektur und zeigt, dass gesellschaftliche Dynamiken als gesetzmäßig strukturierte Prozesse analysiert werden können. Damit wird der Anspruch erneuert und vervollständigt, Soziologie als erklärende Wissenschaft im Sinne einer Sozialphysik bzw. „Physik der Gesellschaft“ zu begründen.
Fields of Study & Subjects
Sociology and Norbert Elias
German Social Sciences and History
Sociology and Education Studies
Publication details
- Journal / source
- International Journal of Science and Social Science Research
- Publisher
- ShiMej
- Volume
- 4
- Issue
- 1
- Pages
- 222–226
- Publication date
- 28 May 2026