Strukturelle und prozessuale Voraussetzungen und Hürden bei der Implementierung einer eingestreuten Nachtpflege

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Authors: Florian Hinz, Sarah Heidenreiter, Michael Lauerer
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Abstract

Hintergrund Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland steigt kontinuierlich. Ihre Versorgung erfolgt mehrheitlich in der eigenen Häuslichkeit, was pflegende Angehörige vor vielfältige physische und psychische Herausforderungen stellen kann. Die nächtliche Betreuung kann besonders belastend sein, zugleich ist die Zahl expliziter Nachtpflegeplätze gering. Zwei Pflegeeinrichtungen haben daher das Konzept „Eingestreute Nachtpflege“ entwickelt und erprobt, um ein Entlastungsangebot für pflegende Angehörige in der Nacht zu schaffen. Implementierung und Umsetzung wurden von der Universität Bayreuth evaluiert. Methodik Mittels eines qualitativen Forschungsdesigns wurden semistrukturierte Leitfadeninterviews mit Leitungspersonen und Pflegekräften geführt, um Erfahrungen, Herausforderungen und Hindernisse hinsichtlich Implementierung sowie pflegepraktischer Umsetzung des Konzepts zu erheben. Zusätzlich wurde eine pflegende Angehörige bezüglich ihrer wahrgenommenen Entlastung befragt. Die Interviews wurden transkribiert und inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergebnisse Beide Pflegeeinrichtungen nutzten zur Implementierung kein standardisiertes Konzept, haben das Angebot auf verschiedenen Kanälen beworben und verzeichneten während der Projektlaufzeit jeweils einen regelmäßigen Nachtgast. Das Ausbleiben weiterer Nachtgäste wird, neben kurzfristigen Absagen und Verwechslung mit verwandten Konzepten (z. B. Kurzzeitpflege), mit einem erschwerten Zugang durch bürokratische Hürden und einem fehlenden Hol-/Bringdienst begründet. Die pflegerische Versorgung der Nachtgäste wird als gut händelbar, aber morbiditätsabhängig beschrieben. Die pflegende Angehörige berichtet eine spürbare Entlastung. Diskussion und Ausblick Aufgrund der geringen Resonanz ist die Aussagekraft der Ergebnisse zur pflegerischen Umsetzbarkeit begrenzt. Um die Akzeptanz der Zielgruppe zu erhöhen, sollte der Einführung des Konzepts eine Bedarfs- und Bedürfnisanalyse vorangestellt sowie ein partizipativer Ansatz, der pflegende Angehörige sowie multiprofessionelle Expertise einbezieht, gewählt werden. Essenziell ist zudem ein niedrigschwelliger Zugang durch schlanke Antragsverfahren und Unterstützungsdienste (z. B. Hol-/Bringdienst).

Fields of Study & Subjects

Geriatric Care and Nursing Homes Nursing care and research Health Policy Implementation Science

Publication details

Journal / source
OJS - University of Bayreuth
Publication date
2 February 2026
Language
DE