Europarechtliche Offenlegungspflichten im System des deutschen Zivilprozess- und Haftungsrechts
Abstract
Zusammenfassung Der Zugang zu Informationen ist eine Funktionsbedingung für die Rechtsdurchsetzung und ein Grundproblem der Arbeitsteilung von Prozessrecht und materiellem Recht. Während das deutsche Recht in Bezug auf Eingriffe in die natürliche Informationsverteilung traditionell Zurückhaltung übt, sieht insbesondere das jüngere Unionsrecht immer mehr Instrumente zur Offenlegung von Informationen und Beweismitteln zwischen Anspruchs- und Prozessparteien vor. Diese Regelungen folgen keiner einheitlichen Blaupause, sondern weisen untereinander zahlreiche Unterscheide auf. Sie treffen auf ein gewachsenes System vorhandener Lösungsstrategien für die Bewältigung von Informationsasymmetrien. Der Beitrag soll in zweierlei Hinsicht eine systematische Einordnung leisten: Zum einen kartiert er die Landschaft der vorhandenen und geplanten Offenlegungsregelungen und erläutert deren übergreifende und gebietsspezifische Charakteristika. Zum anderen zeigt er einige Folgewirkungen auf, die sich daraus im System des deutschen Zivilprozess- und Haftungsrecht ergeben könnten.
Fields of Study & Subjects
Conflict of Laws and Jurisdiction
Legal processes and jurisprudence
European and International Contract Law
Publication details
- Journal / source
- Zeitschrift für das gesamte Verfahrensrecht – GVRZ
- Volume
- 9
- Issue
- 1
- Pages
- 37–50
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- EN