Hans Lauter im Gespräch mit Gunnar Müller-Waldeck
Abstract
Gunnar Müller-Waldeck: Ihr Name ist eng verbunden mit der DDR-Kulturpolitik der frühen 50er Jahre, der Name 'Lauter' und der Terminus 'Formalismusdebatte' gehören zusammen - eine aus heutiger Sicht sehr problematische Angelegenheit. Sie haben auf jenem ominösen 5. Plenum im März 1951 das Hauptreferat zur Thematik 'Der Kampf gegen den Formalismus in Kunst und Literatur - für eine fortschrittliche deutsche Kultur' gehalten. Ende März waren Sie mit Wandel, Ackermann und Grotewohl gemeinsam in der Wohnung Wilhelm Piecks am Pankower Majakowskiring, um mit Brecht und Dessau über die "Lukullus"-Oper zu diskutieren. Wenige Monate später gerieten Sie in die Mühlen des Slansky-Prozesses oder richtiger: in jene um die 'Schlussfolgerungen aus dem Slansky-Prozess' in der DDR, wie sie damals von der SED sehr drakonisch gezogen wurden. Dann wurde es still um Sie. Sie waren damals ein Mann von 37 Jahren – der Jüngste also unter den bisher Erwähnten und sind damit heute einer der wenigen lebenden Zeitzeugen, die an diesem kulturpolitischen Drehpunkt direkt mitgewirkt haben. - Wie kamen Sie in diese Funktion, wie kam es zu dieser spezifisch kulturpolitischen Linie in Ihrer Entwicklung, wie kam es zur Formalismusdebatte? Vielleicht zunächst einiges zu biographischen Voraussetzungen.
Fields of Study & Subjects
German History and Society
German Literature and Culture Studies
European history and politics
Publication details
- Journal / source
- Publication Server of Goethe University Frankfurt am Main (Goethe University Frankfurt)
- Publication date
- 12 January 2026
- Language
- DE