Labormedizinische und klinische Prädiktoren von schlaganfallassoziierten epileptischen Frühanfällen und Post-Stroke Epilepsie (PSE): eine explorative retrospektive monozentrische Datenanalyse

Authors: Paul Schmidt
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Abstract

Hintergrund: Eine häufige Komplikation nach einem zerebrovaskulären Ereignis ist das Auftreten von epileptischen Anfällen. Treten diese innerhalb der ersten 7 Tage nach dem Schlaganfall auf, werden sie als epileptische Frühanfälle bezeichnet. Anfälle, die erst nach 7 Tagen auftreten, heißen epileptische Spätanfälle und erfüllen gemäß aktuellen Leitlinien die Kriterien zur Diagnose von Poststroke Epilepsie (PSE). Es existieren bislang nur wenige Studien, welche sich mit klinischen oder laborchemischen Faktoren zum Zeitpunkt eines Schlaganfalls auseinandersetzen, die das spätere Auftreten von epileptischen Früh- und Spätanfällen wahrscheinlicher machen. Aus diesem Grund behandelt diese Masterarbeitsstudie genau dieses Thema und setzt sich mit dem Risiko für Frühanfälle beziehungsweise PSE bei Vorhandensein gewisser klinischer oder laborchemischer Parameterkonstellationen auseinander. Die konkret untersuchten Merkmale umfassen inflammatorische, metabolische und klinische Parameter. Methode: In dieser explorativen retrospektiven monozentrischen Datenanalyse wurden potenzielle Risikofaktoren für das Auftreten von epileptischen Anfällen bei Patienten/-innen mit Schlaganfällen bei Großgefäßverschluss, welche einer mechanischen Thrombektomie unterzogen wurden, ausgewertet und anschließend auf Zusammenhänge mit dem Auftreten von epileptischen Früh- und Spätanfällen untersucht. Letztere stellen gleichzeitig die Hauptzielvariablen der Studie dar. Die Patienten/-innen wurden allesamt im Zeitraum 2011-2017 am Kepler Universitätsklinikum (Neuromed Campus) behandelt. Ergebnisse: In die Studie wurden schließlich 123 Patienten/-innen eingeschlossen, das mediane Alter betrug 64.0 Jahre und 52.8% wären männlich. Von diesen 123 Patienten/-innen entwickelten 4 Individuen (3.3%) epileptische Frühanfälle und 13 (10.6%) epileptische Spätanfälle (PSE). Für beide Hauptzielvariablen waren ein jüngeres Alter und ein männliches Geschlecht prädisponierende Faktoren. Höhere NIH-SS-Scores (15.5 zu 13 Punkte) waren assoziiert mit symptomatischen Frühanfällen, jedoch nicht mit PSE. Patienten/-innen mit PSE wiesen weitaus seltener die vaskulären Risikofaktoren Vorhofflimmern (15.4% zu 35.5%) und Diabetes mellitus (0% zu 15.5%) auf als Patienten/-innen der Vergleichsgruppe. Bei den laborchemischen Parametern fanden sich weniger eindeutige Unterschiede. Diskussion: Ein jüngeres Alter sowie ein männliches Geschlecht waren unterscheidende Merkmale für das Auftreten von epileptischen Früh- und Spätanfällen. Patienten/-innen mit Frühanfällen korrelierten mit höheren NIH-SS Werten. Die vaskulären Risikofaktoren Vorhofflimmern und Diabetes mellitus standen in inverser Wechselbeziehung mit einer späteren PSE-Diagnose. Der explorative Charakter und die Limitationen der Studie ließen jedoch keine statistisch signifikanten Ergebnisse bei den festgestellten Unterschieden zu, sodass dieser Umstand bei der Interpretation der Ergebnisse beachtet werden muss.

Fields of Study & Subjects

Epilepsy research and treatment Acute Ischemic Stroke Management Neurological and metabolic disorders

Publication details

Journal / source
University Library Linz repository (Johannes Kepler Universitat Linz)
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis