Digitalisierung in der mobilen Altenpflege : Deutungs- und Legitimationsmuster im Angebot mobiler Pflege in Oberösterreich
Abstract
Die mobile Altenpflege steht in Österreich vor umfassenden Herausforderungen, die im Kontext einer sich zuspitzenden Sorgekrise, demografischer Veränderungen und struktureller Unterfinanzierung entstehen. Digitalisierung wird dabei zunehmend als Lösungsansatz zur Entlastung von Pflegearbeit und zur Effizienzsteigerung diskutiert und politisch forciert. Diese Masterarbeit untersucht, wie Digitalisierung im Feld der mobilen Altenpflege in Oberösterreich gedeutet und legitimiert wird und inwiefern dabei bestehende soziale Ungleichheiten im Care-Regime reproduziert und verstärkt werden. Theoretisch stützt sich die Arbeit auf den Ansatz der Institutionellen Logiken und ergänzt diesen durch die Perspektive von Nancy Frasers Analyse des „kannibalischen Kapitalismus“, um Macht-, Herrschafts- und Ungleichheitsverhältnisse systematisch mitzudenken. Methodisch basiert die Untersuchung auf einer qualitativen Dokumentenanalyse von Dokumenten zweier Anbieter mobiler Pflege in Oberösterreich, ausgewertet mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz. Die Ergebnisse zeigen, dass Digitalisierungsprozesse entlang verschiedener Logiken sozial ausverhandelt und legitimiert werden. Zugleich bleiben Sorgebeziehungen, Arbeitsbelastungen sowie soziale Ungleichheiten – insbesondere entlang von Geschlecht, Klasse und Migrationshintergrund – tendenziell ausgeblendet. Digitalisierung erscheint damit weniger als emanzipatorische Innovation sondern wirkt als Instrument zur Stabilisierung einer bestehenden, krisenhaften Gesellschaftsordnung.
Fields of Study & Subjects
Social Policies and Healthcare Reform
Social and Demographic Issues in Germany
Technology Use by Older Adults
Publication details
- Journal / source
- University Library Linz repository (Johannes Kepler Universitat Linz)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis