[Tagungsbericht] Transatlantische Kulturtransfers zwischen Nordamerika und Kontinentaleuropa im 17. und 18. Jahrhundert. Veranstaltet von Hartmut Hombrecher. Georg-August-Universität Göttingen, 21.-22.09.2023

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Authors: Lisa Kemper
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Abstract

Die Tagung untersuchte aus komparatistischer Perspektive literarische Transferprozesse zwischen den nordamerikanischen Kolonien und Kontinentaleuropa im 17. und 18. Jahrhundert. Der Schwerpunkt lag dabei auf reziproken Transfers zwischen der Eroberung Nieuw Amsterdams durch England 1664 und dem Frieden von Paris 1783. Der Organisator Hartmut Hombrecher eröffnete die Tagung mit einem 1778 im London Magazine publizierten Gedicht, das den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg entschieden verurteilt. Interessant war, dass der Text nicht nur Kritik an allen beteiligten Parteien enthält, sondern auch den ersten bekannten Beleg für die Verwendung des Adjektivs "transatlantisch". Aus europäischer Perspektive bedeute der Begriff, dass etwas jenseits des Ozeans liege. Da der ‚transatlantische Zank‘, wie in der ersten Strophe beschrieben, nicht ohne Verbindungen zwischen Europa und Amerika zu denken sei, werde bereits ein geographischer und auch kultureller Raum geöffnet, welcher sich durch komplexe Interdependenzen auszeichne. Diese herausgestellte Reziprozität sollte laut Hombrecher besonders bei literarischen Kulturtransfers mitgedacht werden. Im Anschluss an die seit Michel Espagne und Michael Werner bestehende Forschung konstatierte er ein Desiderat für das 17. und 18. Jahrhundert hinsichtlich nordamerikanisch-kontinentaleuropäischer Transfers. Erste Ansätze zur Bearbeitung dieser literaturwissenschaftlichen Forschungslücke wurden in den letzten Jahren u. a. in Göttingen unternommen, etwa mit Hombrechers 2023 publizierter Studie "Transatlantischer Kulturtransfer. Franz Daniel Pastorius' Schriften als Literatur und Praxis" und der von Heinrich Detering und Kai Sina herausgegebenen "Deutsch-amerikanischen Bibliothek", in der Texte aus transatlantischen Transfers zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert ediert werden. Daran anknüpfend sollte es auch Ziel der Tagung sein, im Ent-stehen Befindliches, Ideen oder laufende Projekte zu thematisieren und nicht ausschließlich abgeschlossene Forschung zu präsentieren, um das Forschungsfeld weiter auszuloten und auch interdisziplinäre Verbindungen zwischen den Philologien herzustellen.

Fields of Study & Subjects

History Culture and Diplomacy Comparative and World Literature German Literature and Culture Studies

Publication details

Journal / source
Publication Server of Goethe University Frankfurt am Main (Goethe University Frankfurt)
Publication date
2 February 2026
Language
DE