„Nukleares Naturschutzgebiet“ im Süd-Ural: Atommüllkatastrophen und Strahlenschutz in der Sowjetunion
Abstract
Die Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung des Strahlenschutzes sowie den Umgang mit radioaktiver Kontamination im Süd-Ural während der frühen Phase der Anwendung des Atoms (1940er–1960er Jahre) in der Sowjetunion. Am Beispiel der Katastrophen rund um das Atomprojekt Majak werden die politischen, institutionellen und wissenskulturellen Dynamiken analysiert, die das sowjetische Katastrophenmanagement, die Regulierung radioaktiver Gefahren und die Wissensproduktion über Strahlenrisiken prägten. Im Fokus stehen dabei die Wechselwirkungen zwischen militärischer und ziviler Sphäre, der Aufbau regionaler und zentraler Infrastrukturen, die Rolle von Erfahrungs- und Alltagswissen sowie die soziale Dimension des Strahlenschutzes. Die Untersuchung zeigt, wie wissenschaftliches Erfahrungswissen, institutionelle Interessen und Geheimhaltung die Wahrnehmung, Bewertung und Bewältigung atomarer Risiken beeinflussten. Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Wissenschafts- und Technikgeschichte der sowjetischen Anwendung des Atoms, beleuchtet die Folgen für betroffene Bevölkerungsgruppen und diskutiert die sowjetische Inszenierung des Strahlenschutzes im internationalen Kontext.
Fields of Study & Subjects
Twentieth Century Scientific Developments
Soviet and Russian History
Radioactive contamination and transfer
Publication details
- Journal / source
- heiDOK (Heidelberg University)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis