Torfreduzierte und torffreie Substrate für den Ökologischen Kräuterbetrieb – Erprobung, Optimierung und Wissenstransfer (Verbundvorhaben)
Abstract
Das hier beschriebene Verbundvorhaben umfasst folgende Teilprojekte: FKZ 19OE070, FKZ 19OE140, FKZ 19OE141, FKZ 19OE142 und FKZ 19OE146 Das TerÖko-Projekt untersuchte, wie Bio-Topfkräuterbetriebe ihren Torfverbrauch v.a. mit dem Torfersatzstoff Kompost weiter senken können und welche Maßnahmen nötig sind, um die Herausforderungen hinsichtlich Kompostqualität und derzeit geringer Angebotsmenge anzugehen. Einige Betriebe wiesen zu Projektbeginn bereits hohe Reduktionsraten auf. Die weitere Reduktion verlief bei diesen Betrieben zögerlich, hauptsächlich aufgrund wirtschaftlicher Zwänge, geringer Akzeptanz von Alternativen wie Kokos, Qualitätsmängeln und technischen Schwierigkeiten bei Torfersatzstoffen sowie unzureichend angepasster Anbauverfahren. Versuche, insbesondere bei den Kulturen Basilikum, Petersilie und Minze an den Versuchsanstalten und in der Praxis, belegen, dass Kompost das Potenzial zum verlässlichen Torfersatz hat, wenn die Anbauverfahren entsprechend angepasst werden. Substrate mit Anteilen von 40-50 % Kompost funktionieren pflanzenbaulich. Kompostanteile von 60-70 % führten teilweise zu kompakterem Wuchs und Kulturzeitverlängerung. Der zukünftige Forschungsbedarf besteht weiterhin bezüglich Minderung der Kulturzeitverlängerungen, Stickstoff-Freisetzung, Haltbarkeit der Pflanzen und Eignung für Zierpflanzen und weitere Topfkräuterkulturen. Zur Qualitätssicherung wird die Messung der Atmungsaktivität als vielversprechende Methode vorgeschlagen, da der herkömmliche Dewar-Test für holzreiche Komposte nicht sensitiv genug ist. Eine grundlegende Neuausrichtung der Gütesicherung wird gemeinsam mit der BGK diskutiert und angestoßen. Hier ist es notwendig, zwischen Hobby- und Profianwendungen zu unterscheiden und physikalische und chemische Parameter weiter zu differenzieren. In weiterer Zukunft könnte evtl. ein biologischer Test zur krankheitsunterdrückenden Wirkung des Komposts integriert werden. Um das Angebot an qualitativ hochwertigem Substratkompost zu steigern, sind politische Unterstützung und Marktanreize notwendig. Dazu gehören höhere Abnahmepreise für Substratkompost, Bürokratieabbau bei Genehmigungsverfahren, Finanzierung von Schulungen und die politische Anerkennung von Grüngut als Wertstoff statt Abfall.
Fields of Study & Subjects
Plant Growth and Agriculture Techniques
Growth and nutrition in plants
Composting and Vermicomposting Techniques
Publication details
- Journal / source
- Organic Eprints (International Centre for Research in Organic Food Systems, and Research Institute of Organic Agriculture)
- Publication date
- 3 February 2026
- Language
- DE