Symptomlast und Einschränkung der Lebensqualität durch rezidivierende Harnwegsinfekte

Authors: Marlene Endlicher
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Abstract

Rezidivierende Harnwegsinfektionen stellen ein häufiges und klinisch relevantes Gesundheitsproblem dar, das vor allem Frauen betrifft und mit einer erheblichen Belastung für die Betroffenen einhergeht. Ziel dieser explorativen Arbeit ist es, das subjektive Erleben von Patientinnen mit rezidivierenden Harnwegsinfektionen umfassend zu erfassen und die über die körperliche Symptomatik hinausgehenden Auswirkungen auf Leben und Alltag näher zu beleuchten. Zu diesem Zweck wurde eine querschnittliche Befragung von 50 Frauen an der urologischen Ambulanz des Kepler Universitätsklinikums Linz durchgeführt. Als Erhebungsinstrument kam ein selbst entwickelter, nicht validierter Fragebogen zum Einsatz. Dieser erfasste demografische Merkmale, die Häufigkeit von Harnwegsinfektionen, die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, die Einnahme von Medikamenten, die subjektive Belastung durch unterschiedliche Symptome, Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen, die Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung sowie persönliche Anliegen der Betroffenen. Die Datenauswertung erfolgte rein deskriptiv. Die Ergebnisse zeigten, dass Dysurie und häufiger Harndrang zu den am stärksten belastenden Symptomen zählten, während die Wahrnehmung weiterer Symptome sehr individuell ausfiel. Darüber hinaus berichteten die Teilnehmerinnen über Einschränkungen in mehreren Lebensbereichen. Die größten Beeinträchtigungen zeigten sich im Bereich des individuellen Wohlbefindens und der emotionalen Belastung sowie im Sexualleben. Auch Einschränkungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit wurden häufig beschrieben, während Beeinträchtigungen des Soziallebens insgesamt geringer ausfielen. Finanzielle Belastungen spielten im Vergleich zu den anderen Bereichen eine eher untergeordnete Rolle. Hinsichtlich der medizinischen Versorgung zeigte sich insgesamt eine hohe Zufriedenheit. In den persönlichen Anliegen der Patientinnen wurde jedoch wiederholt Kritik an der häufigen Anwendung antibiotischer Therapien geäußert. Zudem äußerten viele Teilnehmerinnen den Wunsch nach besserer Aufklärung über alternative und nicht-antibiotische Behandlungsoptionen, nach gezielter Ursachenabklärung sowie nach effektiveren präventiven Strategien zur Vermeidung weiterer Infektionsepisoden. Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass rezidivierende Harnwegsinfektionen ein komplexes Krankheitsbild darstellen, dessen Auswirkungen deutlich über akute körperliche Symptome hinausgehen. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit patientenzentrierter Versorgungskonzepte, die individualisierte Therapieentscheidungen sowie psychosoziale Aspekte systematisch berücksichtigen.

Fields of Study & Subjects

Urinary Tract Infections Management Urinary Bladder and Prostate Research Pediatric Urology and Nephrology Studies

Publication details

Journal / source
University Library Linz repository (Johannes Kepler Universitat Linz)
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis