Die Indikationsstellung zur Hüfttotalendoprothese während der Coronapandemie am Kepler Universitätsklinikum
Abstract
Hintergrund: Die COVID-19-Pandemie führte international zu erheblichen Einschränkungen elektiver chirurgischer Eingriffe. Besonders betroffen war die Endoprothetik des Hüftgelenks. Diese retrospektive Studie untersucht die Auswirkungen der Pandemie auf die Indikationsstellung und Durchführung primärer totaler Hüftendoprothesen (H-TEP) am Kepler Universitätsklinikum Linz zwischen 2017 und 2021. Methodik: Analysiert wurden 1863 Fälle primärer H-TEP-Versorgungen im Zeitraum von 2017 bis 2021 hinsichtlich Patientendemografie, Diagnosen, OP-indikationsspezifischer Klassifikationen (Kellgren-Lawrence, ARCO, Crowe), operativer Parameter, Materialwahl sowie stationärer Versorgung. Der Fokus lag auf der Vergleichbarkeit prä-, peri- und postpandemischer Zeiträume und möglicher Triagierung. Ergebnisse: Im Zeitraum 2020–2021 kam es pandemiebedingt zu einem Rückgang von Operationen. Die Anzahl der Hüfttotalendoprothesen sank im pandemischen Zeitraum (2020-2021) im Vergleich zum präpandemischen Zeitraum (2017-2019) von durchschnittlich 419 auf 303 Eingriffen pro Jahr. Dies entspricht einem Rückgang von ungefähr 28%. Während der Pandemie wurden signifikant häufiger Patienten mit fortgeschrittener primärer Coxarthrose operiert. Der Anteil von Grad 4 – Arthrosen stieg von 61,3% (2017-2019) auf 78,8% (2020-2021). Grad 3 Coxarthrosen nahmen entsprechend ab. Der relative Anteil an operierten idiopathischen Hüftkopfnekrosen nahm während der Pandemie signifikant zu von 10,5% (2017-2019) auf 12% (2020-2021). Die Wartezeiten (Zeitraum Indikationsstellung bis OP-Termin) Verlängerten sich ebenfalls signifikant von 97,7 +/- 67,3 Tage auf 113,6 +/- 88,3 Tage (2017-2019 vs. 2020-2021) was einer Verlängerung von ca. 16 Tagen entspricht. Die Verteilung der ASA-Klassifikation weist eine Tendenz zu niedrigeren perioperativen Risikoklassen. Schlussfolgerung: Die COVID-19-Pandemie hatte signifikante Auswirkungen auf die Durchführung elektiver H-TEP-Operationen. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Gesamtanzahl der Operationen sank und schwerwiegendere Fälle priorisiert wurden. Diese Erkenntnisse können zur Optimierung zukünftiger Ressourcenallokation in Pandemien beitragen.
Fields of Study & Subjects
COVID-19 and healthcare impacts
Orthopaedic implants and arthroplasty
Total Knee Arthroplasty Outcomes
Publication details
- Journal / source
- University Library Linz repository (Johannes Kepler Universitat Linz)
- Publication date
- 1 January 2026
- Language
- DE
- Document type
- Thesis