Lively spaces against forgetting: Designing ways and spaces for Holocaust remembrance

Authors: Matthias Dietrich
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Abstract

Das Gedenken und Erinnern an die Opfer und Verbrechen des Holocaust befindet sich an einem historischen Scheideweg. Mit dem sich abzeichnenden Verlust der direkten Zeitzeug*innen gilt es, neue erinnerungskulturelle Perspektiven aufzuzeigen, um Dialog und Gedenken aufrechtzuerhalten. Die Masterarbeit „Lebendige Räume gegen das Vergessen – Wege und Räume des Holocaust-Gedenkens gestalten“ möchte dabei einen Beitrag leisten. Auf Grundlage gedächtnistheoretischer Ansätze sowie der Analyse aktueller erinnerungskultureller Prozesse und Praktiken – darunter Zeitzeug*innengespräche, Gedenkwanderungen oder Ausstellungen – wurden drei Gestaltungsansätze erarbeitet, die Gestalter*innen dabei unterstützen sollen, lebendige Erinnerungsräume zu konzipieren.Die entwickelten Gestaltungsansätze betonen die Bedeutung von Orten und öffentlichem Raum als Träger von Vergangenheit sowie die Rolle sinnlicher Begegnungen als Nähe stiftenden und empathischen Zugang zur Geschichte. Darüber hinaus wird die Erzählung persönlicher Perspektiven sowie die Entfaltung individueller Erfahrungen als gedächtnisstützend hervorgehoben. Insbesondere den Nachfolgegenerationen von Holocaust-Opfern kommt dabei als Träger*innen des familiären Gedächtnisses eine zentrale Rolle zu. Auch Initiativen, die wiederkehrende Angebote schaffen und Menschen dazu einladen, sich kollektiv auf die Vergangenheit zu besinnen, diese neu zu deuten und zu hinterfragen, sollten in die erinnerungskulturelle Praxis eingebunden werden, um das kollektive Gedächtnis kontinuierlich zu erneuern.Diese Gestaltungsansätze wurden anschließend am Beispiel des von der jüdischen Familie Zerkowitz erbauten und 1938 arisierten Margaretenbades in Graz praktisch erprobt. Ergebnis war die Ausstellung „Bad der Erinnerung“, die im persönlichen Austausch mit Claudia Zerkowitz-Beiser, der Urenkelin der Erbauer*innen des Margaretenbades, entstand und die Geschichte des Bades sowie der Familie nachzeichnete. Die Ausstellung fand vom 5.–7. September 2025 im Margaretenbad statt und zeigte, dass Erinnerungsräume durch die Verortung von Geschichte, das Schaffen sinnlicher Begegnungen und den Einbezug persönlicher Erfahrungsräume einen Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur leisten können.

Fields of Study & Subjects

Memory Trauma and Commemoration Polish-Jewish Holocaust Memory Studies violence and history

Publication details

Journal / source
FH JOANNEUM ePUB
Publication date
1 January 2026
Language
DE
Document type
Thesis