Ähnlichkeiten und Unterschiede ideologischer Kernideen des Nationalsozialismus und des Neo- Eurasismus am Beispiel prominenter NS- oder NS-naher konservativer Autoren und ausgewählter Veröffentlichungen von Alexander Dugin

Authors: Johann Hofstadler
Cited by: 0

Abstract

Zusammenfassung:Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Frage nach Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen den Vertretern der deutschen ultra-Konservativen der 1920er bis 1940er Jahre und Alexander Dugin, einem der prominentesten Vertreter des „Neo-Eurasismus“ des heutigen Russlands.Sie analysiert die wichtigsten Publikationen der prominentesten Ideologen des NS-Regimes und seines Umfelds und vergleicht deren Inhalte mit jenen Publikationen Alexander Dugins, welche in deutscher oder englischer Sprache vorliegen.Das Ergebnis dieser Analyse ist, dass Alexander Dugins Ideen in großem Umfang sehr ähnlich jenen der oben genannten deutschen Ideologen sind: Sei es der angenommene schädliche Einfluss der Großstadt auf die allgemeine Moral und die Sitten der Bevölkerung verbunden mit dem Wunsch, zurückzukehren zu den Wurzeln der klein strukturierten Landwirtschaft, organisiert in der Idylle des Dorfes. Sei es die Bewunderung für den rechtskonservativen Carl Schmitt, der eine multipolare Weltordnung ersehnt, die aus einigen wenigen privilegierten Zivilisationen besteht. Diesen soll es erlaubt sein, ihre Großregion uneingeschränkt zu dominieren ohne jede Restriktion durch Völkerrecht, Menschenrechte oder jegliche supranationale Organisationen. Beide Seiten stimmen weiters überein mit den geopolitischen Ansichten der deutschen Ultrakonservativen Friedrich Ratzel, Karl Haushofer und des Geografen Halford Mackinder, die sich allesamt mit der Idee der Dominanz großer Regionen durch jeweils einen großregionalen Hegemon beschäftigen.Aber es fanden sich auch Felder mit Unterschieden zwischen den beiden Ideologiesystemen: Diese liegen einerseits auf dem Gebiet des Rassismus/Antisemitismus, wo Alexander Dugin viel weniger aggressiv und „outspoken“ agiert, indem er seinen ebenfalls spürbaren Antisemitismus als Kritik an reichen Juden wie George Soros formuliert oder „imaginierte“ Juden wie Klaus Schwab vom WEF als Weltverschwörer darstellt. Das zweite deutlich unterschiedliche Feld ist jenes der Religion: Die Nationalsozialisten definierten Religion klar als gegnerisch und suchten diese zu bekämpfen. Alexander Dugin hingegen benutzt religiöse Figuren, um die USA zum „Antichristen“ zu erklären und stilisiert „sein“ „drittes Rom“ Moskau hoch zum „Katechon“, der den Antichristen niederzukämpfen habe. Auf diese Weise lädt er seine großrussische nationale Mission zusätzlich religiös auf.Die umfangreichen gefundenen Felder der Übereinstimmung erklären auch die fast intim zu nennende Nähe wischen den Hauptexponenten der Eurasischen Bewegung mit europäischen Parteien wie der AFD in Deutschland oder der FN in Frankreich. Diese drückt sich aus in gemeinsam veranstalteten Konferenzen, häufigen gemeinsamen Buch- und Publikationsprojekten und engen persönlichen Freundschaften.Alexander Dugin wünscht sich ein „Groß-Russland,“ welches sich weit ausdehnen soll und ein Moskau, das sich wieder seiner Rolle als „Zweites Rom“ erinnern müsse und das der alt/neue Hegemon von „Eurasien“ werden solle. Dabei imaginiert er sogar eine Ausdehnung, welche weit über die Grenzen der alten Sowjetunion hinausgehen solle. Das „Dritte Rom“ Washington erklärt er mit dessen verhassten Liberalismus, Individualismus, seiner als verkommen empfundenen Sexualmoral und seiner Toleranz zum Hauptgegner seines neu erstarkten Russlands. Dabei geht er so weit, den „Antichrist“ Washington mit Karthago zu vergleichen, welches das „Erste Rom“ unbedingt auszulöschen hatte. Konsequenterweise lädt Alexander Dugin das von ihm offenbar bewunderte Deutschland ein, dessen „atlantizistische“ Bindung zu den USA aufzulösen und als neuen Hegemon sein eurasisches Russland zu akzeptieren. Im Austausch für diesen Akt der Unterwerfung verspricht er Deutschland große Gebietsgewinne in Nord- und Osteuropa und geht so wei

Fields of Study & Subjects

German legal social and political studies European history and politics Populism Right-Wing Movements

Publication details

Journal / source
ePLUS
Publication date
1 January 2026
Language
EN
Document type
Thesis