Abwehrmechanismen - vergleichende empirische Untersuchung zwischen Männern und Frauen mit dem Abwehr-Computer-Test

Authors: Anita Klar
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Abstract

Im theoretischen Teil dieser Arbeit wurde der Blick auf die Geschlechtsunterschiede zwischen Männern und Frauen gerichtet. Hierbei wurden die Erkenntnisse der soziokulturellen, psychologischen und biologischen Sicht dargestellt. Zunächst wurde der Frage nachgegangen, ob Geschlechtsunterschiede im Verhalten und Erleben biologisch bestimmt oder vielmehr sozial hergestellt werden bzw. ob es sich um ein Produkt kognitiver Verarbeitungsprozesse handelt. Nach der freudschen Theorie basiert die Übernahme der Geschlechtsrolle wesentlich auf der Identifikation mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil. Jedoch zeigen Kinder schon in frühen Jahren gemäß der Theorie geschlechtstypisches Verhalten. Demnach wird heutzutage von verschiedenen Seiten der Ödipuskonflikt als theoretische Herleitung für die Geschlechtsidentifikation kritisiert. Von soziologischer und feministischer Seite her wird oftmals lediglich der anatomische Unterschied zwischen Männer und Frauen betrachtet. Aus den unterschiedlichen Aufgaben der Fortpflanzung werden geschlechtsspezifische Funktionen abgeleitet, die eine Rollenteilung der traditionellen Form nahe legen und aus denen Leitlinien für die Geschlechtsrollensozialisation abgeleitet werden. Auch in der kognitiven Verhaltenstherapie wurde der Einfluss des Geschlechts auf Emotionen, Verhaltensweisen und Kognitionen untersucht. Die häufigere Passivität und erlernte Hilflosigkeit der Frauen wird auf die geschlechtsrollenspezifische Sozialisation zurückgeführt. Frauen unterscheiden sich von Männern im Hinblick auf Bewertung von Ereignissen und möglichen Bewältigungsstrategien. Die häufigere Depressionsrate wird in diesem Zusammenhang oftmals begründet. Frauen wird ein negativer kognitiver Stil beigemessen, der sich dadurch äußert, dass Frauen häufiger der Meinung sind, verantwortlich zu sein für ein negatives Ereignis. Diese häufigere Minderwertigkeit beziehen sie auf viele verschiedene Bereiche. Im Gegensatz dazu werden Männer mehr aktiv und aggressiv beschrieben. Sie neigen zu einer offenkundigen instrumentellen Art sich mit Problemen zu befassen. Ihr Blick zur Lösung eines Konfliktes liegt außerhalb von ihnen und das kann folglich fälschlicherweise der Ort der Ursache für den Konflikt sein. Zu berücksichtigen sind auch die bisherigen Erkenntnisse der Neurobiologie und -anatomie. Die neurophysiologischen Unterschiede legen Männer und Frauen bestimmte Verhaltensweisen nah, wodurch unterschiedliche Interessen, Verhaltensweisen und Begabungen begründet werden können. Zu untersuchen bleibt, ob sie auch den Ausgangspunkt für unterschiedliche Sozialisationseinflüsse darstellen. Im darauf folgenden Abschnitt wurde auf die bisherigen Erkenntnisse über das unterschiedliche Abwehrverhalten zwischen Männern und Frauen eingegangen. Nach der Literatur vorausgegangener Untersuchungen eignen sich Abwehrmechanismen als Aspekte der Persönlichkeit gut, mehr über die Organisation der Geschlechter und das Unbewusste zu erfahren. Dabei dient die Abwehr zur Lösung des Konfliktes zwischen den vom Lustprinzip beherrschten Wünschen des ES und den Erfordernissen der Realität, während sich das ÜberIch für eine dieser Seiten entscheiden kann. Mit Hilfe der Abwehrmechanismen werden Triebängste, Schuldgefühle, Ekel- und Schamgefühle in andere Formen psychischer Energie überführt. Hierbei lassen sich Unterschiede zwischen Männern und Frauen beobachten. In den Untersuchungen von Cramer und Carter (1978), aber auch bei Gleser und Ihilevich (1969) wurden Männern der vermehrte Gebrauch von Identifikation mit dem Aggressor, Verschiebung und Projektion zugeschrieben, während Frauen besonders die Abwehrmechanismen Wendung gegen das Selbst, Verneinung, Reaktionsbildung, Verleugnung und Verdrängung verwendeten. Die Hauptergebnisse von Fransson und Sundbom (1998, 2008) zeigten, dass das Geschlecht einen beträchtlichen Einfluss auf die DMT-Antwortsignale besitzt. Die charakteristischen Merkmale von jungen Frauen waren die unterschiedlichen Varianten von Identifikation mit dem Gegengeschlecht als Aspekte der Introjektion. Sie nahmen im Stimulusbild die aggressive Beiperson als Mann wahr. Begründet wurde es damit, das Aggression und Bedrohung eher mit dem männlichen Geschlechtsrollenverhalten vereinbar ist. Als Zeichen der Projektion war bei Männern das Verschwinden des Instruments charakteristisch. Westerlundh (1991) konnte zeigen, dass Männer stärker auf moralische Angstmitteilungen mit Signalen der Isolation und Introaggression reagierten. Im Gegensatz zu Männern reagierten Frauen stärker auf Mitteilungen, die eine Trennungsangst beinhalteten, was auch bei Bäckström (1994) gefunden wurde.

Fields of Study & Subjects

Gender and Feminist Studies Gender Roles and Identity Studies Psychoanalysis and Psychopathology Research

Publication details

Journal / source
Publication Server of Goethe University Frankfurt am Main (Goethe University Frankfurt)
Publication date
3 March 2026
Language
DE
Document type
Thesis