Aktuelle Analyse der Arbeitsproduktivität in der österreichischen Bauwirtschaft

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Authors: Klaus Weyerstrass
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Abstract

Gewähr.Jegliche Haftung der Mitwirkenden oder des IHS aus dem Inhalt dieses Werks ist ausgeschlossen.Zusammenfassung In Österreich ist die Arbeitsproduktivität in der Bauwirtschaft seit dem Jahr 2006 gesunken, nachdem sie von 1995 bis 2005 noch leicht gestiegen war.Von 2006 bis 2024 ging die Wertschöpfung je Beschäftigten in der Bauwirtschaft um 3,1 % pro Jahr zurück, während sie im Durchschnitt aller Wirtschaftsbereiche um 0,2 % pro Jahr und im Verarbeitenden Gewerbe -trotz der Einbrüche in den Jahren 2009 im Gefolge der Finanz-und Wirtschaftskrise sowie 2020 wegen der Corona-Pandemie -um 1,4 % pro Jahr zunahm.Wenn die Arbeitsproduktivität auf die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden bezogen wird, zeigt sich im Wesentlichen das gleiche Bild.im gesamten Zeitraum 1995 bis 2024 beträgt der Rückgang der Arbeitsproduktivität in der Bauwirtschaft durchschnittlich 1,6 % pro Jahr, verglichen mit einem Produktivitätsanstieg um 2,2 % im Verarbeitenden Gewerbe bzw.1,2 % p.a. in der Gesamtwirtschaft.Der Blick auf die Bausparten zeigt, dass der Rückgang der Arbeitsproduktivität in allen Bereichen erfolgt ist.Im Jahr 2024 erwirtschaftete jeder Beschäftigte im Tiefbau eine preisbereinigte Wertschöpfung von rund 97.600 Euro (zu Preisen von 2020).Im Hochbau belief sich die Produktivität auf rund 95.000 Euro und in den sonstigen Bautätigkeiten auf etwa 44.500 Euro.Ein Vergleich aller Wirtschaftszweige zeigt, dass die Entwicklung der Arbeitsproduktivität auf Basis der Arbeitsstunden in der Bauwirtschaft sogar schwächer als in jedem anderen Wirtschaftszweig war.Die Arbeitsproduktivität sank im Durchschnitt des Zeitraums 1995 bis 2024 nur in der Bauwirtschaft und im Gastgewerbe.Auf Basis der Zahl der Erwerbstätigen verzeichneten neben diesen beiden Wirtschaftszweigen auch die öffentliche Verwaltung sowie die technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen Rückgänge der Arbeitsproduktivität. Nicht nur in der Produktivitätsentwicklung, sondern in der Preisentwicklung zeigen sich große Unterschiede zwischen den Wirtschaftszweigen.Im Zeitraum 1995 bis 2024 ist der Deflator der Gesamtwirtschaft in Österreich um 1,9 % pro Jahr gestiegen.Im Verarbeitenden Gewerbe sowie in der Land-und Forstwirtschaft erhöhte sich der Deflator in diesem Zeitraum um durchschnittlich um 0,8 % bzw.0,7 % pro Jahr.Noch geringer war der Preisanstieg im Bereich Information und Kommunikation mit durchschnittlich 0,2 % pro Jahr.In den Finanzdienstleistungen blieb der Deflator sogar nahezu unverändert.Am oberen Ende des Spektrums befindet sich das Gastgewerbe mit einer Preiszunahme von 4,3 % pro Jahr.An zweiter Stelle folgt mit einer Zunahme um 4,1 % pro Jahr bereits die Bauwirtschaft.Auffällig ist die Diskrepanz zwischen der Entwicklung der Baupreise auf Basis des Baupreisindex und des Deflators.Während beide Preismaße bis 2008 weitgehend parallel verliefen, entwickeln sie sich seitdem auseinander.Im Zeitraum 2009 bis 2024 belief sich der durchschnittliche Anstieg des Baupreisindex auf 3,1 %, jener des Deflators auf 4,1 % pro Jahr.Wenn die nominelle Bruttowertschöpfung statt mit dem BWS-Deflator mit dem Baupreisindex preisbereinigt würde, ergäbe sich eine weitgehende Stagnation der Arbeitsproduktivität (jahresdurchschnittlicher Rückgang 0,1 % pro Jahr).Dass der Spielraum für Fortschritte bei der Arbeitsproduktivität am Bau begrenzt ist, hat unter anderem mit der zunehmenden Komplexität der Bauausführungen und der steigenden Bürokratie im Zusammenhang mit der Ausführung von Bauleistungen zu tun.Trotz des Einsatzes von vorgefertigten Teilen dominiert vor allem im Wohnhausbau nach wie vor die Individualität.Darüber hinaus kommen oft angelernte Arbeitskräfte zum Einsatz, während der Anteil von Facharbeitern im Zeitablauf sinkt.

Fields of Study & Subjects

Construction Project Management and Performance Economic Growth and Productivity German Economic Analysis & Policies

Publication details

Journal / source
Institutional Repository (IHS Vienna)
Publication date
1 January 2026
Language
EN