Entre bruissement et clameur : le son de la rue chez Heiner Müller ou la mise en scène du vacarme de la révolte
Abstract
Dieser Beitrag ist im Forschungsfeld der Sound Studies verortet und untersucht anhand des Werks des ostdeutschen Dramatikers Heiner Müller die Straße als Klangraum politischer Auseinandersetzungen in der Deutschen Demokratischen Republik. Der Sound, der lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle spielte, erweist sich dabei als zentrales Element der Inszenierung politischer, sozialer und historischer Spannungen in der DDR. Im Fokus steht zunächst die ambivalente Funktion der Straße, die zugleich als streng kontrollierter Raum staatlicher Propaganda und als potenzieller Ort des Ausdrucks von Revolte fungiert. Darüber hinaus wird die wechselseitige Beziehung zwischen Straße und Theater analysiert, das als ideologisches Instrument des autoritären Regimes fungiert und zugleich aber auch einen Raum eröffnet, in dem politische Kritik – wenn auch meist indirekt – Ausdruck findet. Abschließend richtet sich der Blick auf die Rolle des Sounds in der dramatischen Gestaltung von Revolte. Die Analyse ausgewählter Szenen aus dem Werk Heiner Müllers zeigt, wie Geräusche von Menschenmengen, Motoren, Schüssen, verstärkte Stimmen und erzwungenes Schweigen eine eigenständige narrative Ebene bilden. Auf diese Weise wird die Straße zu einem dramatischen Raum, in dem Machtverhältnisse ebenso wie das wiederholte Scheitern revolutionärer Bewegungen hörbar werden und die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts eine auditive Dimension erhält.
Fields of Study & Subjects
Kierkegaardian Philosophy and Influence
French Historical and Cultural Studies
Schopenhauer and Stefan Zweig
Publication details
- Journal / source
- HAL (Le Centre pour la Communication Scientifique Directe)
- Publication date
- 25 June 2026
- Language
- FR